Reisebericht Spanien 2010

 

29. Mai -  6. Juni

 

Linares - Caceres - Zaragoza

Übersicht Webseite

Home

Wir stellen uns vor

BILDERGALERIE  

Tiere die ein Zuhause suchen

Wie Sie helfen können 

Geschichten von Tieren

Tierschutz international

Tierschutzaktionen

Tierschutz-Reiseberichte

Interessantes 

rund um Tiere

Tod eines Haustieres   

In GEDENKEN

Handwerkstübli/Shop

Weitere Links

Kontakt

Unser Verein

Impressum

                                               Das Hochladen kann einen Moment dauern - es hat viele Bilder

 

Geschrieben von Sonya

 

Vorbereitung: 

 

Vor 2 Jahren waren Karin und ich das letzte Mal in Spanien für Tierhilfe-Spikyranch e.V. unterwegs.

Wir konnten es kaum erwarten loszufahren.

Aber wie jedes Mal, gibt es immer viel zu Planen und Organisieren für eine grosse Tour.

Geschätzte Fahrtzeit ca. 21 Stunden,  etwa 1800 Km

 

Dieses Mal wollte es nicht so wie wir es uns vorstellten.

1 Tag vor der Abreise erfuhren wir vom Tierheim in Ciudad Real,

das wir  die drei Hunde die wir bereits reserviert hatten und für die Ausreise vorbereiten liessen 

und auch eine Pflegefamilie hatten, nicht holen können !!

Was war los ? Was ist der Grund ?

Wir waren total am Boden zerstört.

Mit Hilfe unserer Freundin Nicolina, die Spanisch spricht und für uns alles übersetzt hat,

schrieben wir uns die Finger wund, es wurde gemailt, abgeklärt, telefoniert,

Tag und Nacht. Nicolina hatte sich endlos darum bemüht herauszufinden was der Grund war

und das, obwohl sie kurz vor der Geburt ihres ersten Kindes stand.

Hochschwanger, 24 Stunden im Einsatz für uns !!!

 

Hier zur Vor - Geschichte   über das Tierheim 

                      Geschichte der reservierten Hunde  und weitere Entwicklung

 

Hinzu kam das wir knapp an Transport Boxen waren, 

das die Sachspenden die wir woanders eingelagert hatten, 

nicht wie verabredet gebracht wurden, 

es kam noch Dies und Das hinzu, was Karin und mich an die Grenze brachte,

und uns für einen Moment sogar der Gedanke kam die Tour abzusagen.

Es war irgend wie der Wurm drin.

 

Doch es gab auch Neuigkeiten bei der Touren Planung !

Wir haben nach beinahe 5 Jahren, wieder Kontakt zu einer früheren Tierschutz Bekannten aufgenommen

und in kurzer Zeit, eine neue interessante Zusammenarbeit aufgebaut.

Dadurch konnten wir für andere Tierschutz Organisationen Hunde mitbringen,

die auf eine Ausreisemöglichkeit warten.

So hat sich der Weg  nicht nur für die Hilfsgüter nach Spanien gelohnt . 

 

Und Hilfsgüter kamen eine Menge zusammen !!!!

 

2100 kg Futter

etwa 35 Karton voller warmer Decken

etwa 10 Karton voller Verbandsmaterial - Sterilmaterial

Einige Hundekörbe aus Kunststoff

Floh-Zeckenmittel

Putzmittel

 

                                                 Sooooo viel Futter  !!!!

 

 

 

                                              Fleissige Helfer in Aktion 

 

 

 

 

 

Der Tag der Abreise ist gekommen

 

29. Mai  

 

Um  09.50 Uhr fuhren wir von der Spikyranch los - Richtung Spanien.

 

Wir waren etwas in gedrückter Stimmung weil wir ja unsere Hunde zurück lassen mussten.

Natürlich haben wir die bestmögliche  24 Stunden Betreuung für unsere Hunde,

liebe Freunde, die in dieser Woche bei unseren Hunden wohnen werden.

Aber es ist doch schwer die Hunde die uns immer begleiten, zurück zu lassen.

   

Doch wir waren auch froh, das es endlich los ging, die Tage und Wochen zuvor waren so streng,

das die Fahrt für Karin und mich eine Erholung ist, einwenig wie  "Fahrt in den Urlaub".

Das wir uns nicht falsch verstehen, es ist kein Urlaub !

Wir kamen sehr gut voran und das Wetter machte gut mit.

Nur in der Nacht da wurde es doch ziemlich kühl und wir mussten uns wärmer anziehen.

Zum Schlafen war das Auto wirklich  NICHTS  :-(

Uns tat danach immer alles weh und wir waren verspannt,

es krachte und knackte immer nachdem wir uns wie die Sardinen in der Büchse hinlegten.

So war es uns nicht möglich länger wie 2 bis 3 Stunden am Stück zu "schlafen".

 

     

 

22 Uhr  an der Französisch -Spanischen Grenze.

Es war sehr viel los,  aber wir kamen gut und ohne Kontrolle über die Grenze.

Wir sind in Spanien.

Die Autobahn vor Barcelona ist immer eine sehr anstrengende Fahrt, weil die Winde so stark sind 

denn unser Wagen war lang und hoch, trotz gutem Gewicht hatten wir ab und zu doch Wind unter 

den Rädern die einem schon Respekt verschafften.

Wir beobachteten die Gegend und siehe da !!!! wir sahen dieses mal das Meer :-)

Ja Ihr habt richtig gelesen,  nach Jahren vieler Enttäuschungen,

konnten wir das Meer nun endlich sehen und waren total Happy.

 

Es ist eine Traumhafte schöne Tour -  Spanien ist ein schönes Land.

Ich fahre so gerne durch Spanien.

Aber leider ist es nicht nur schön.

Wir haben auch auf dieser Fahrt wieder viele tote vergessene Hunde auf der Strasse 

oder am Strassenrand entdeckt und es hat uns sehr traurig gemacht.

 

 

30. Mai 

 

Inzwischen waren wir sehr müde und mussten öfters eine Pause einlegen,

so haben wir viel Zeit verloren und den ersten Treffpunkt in Jaen konnten wir zeitlich nicht einhalten,

da dort nur Vormittags jemand in der Auffangstation war.

Es tat uns so leid aber wir konnten uns kaum noch gerade in den Sitzen halten.

Die Abstände wurden immer kürzen wo Karin oder ich fahren konnten.

Wir fuhren weiter zu unseren neuen Tierschutz Freunden in Linares.

Bei einer Hitze die uns das Atmen schwer machte kamen wir am Nachmittag in Linares an.

Eine Stadt mitten in der Wüste, ein wunderschönes Gebiet.

Viele Oliven Felder.

Wir warteten an einem abgemachten Treffpunkt auf Valentina,.....

- Da - das könnte sie sein - da fuhr ein Auto an uns vorbei, mit quietschenden Reifen, mitten auf der Strasse kehrte es um,

ob sie uns erkannt hat ????  Ja, sie war es, und die Freude war riesig.

Tina eskortierte uns in eine Gegend voller alter Minen, da wurde früher Blei gehoben.

Es war irgendwie gespenstisch.

Man sah noch die alten Türme der Schächte und leere Gebäude, es war sehr eindrücklich.

Später erzählten sie uns, das früher fast alle Menschen dieser Umgebung in den Minen arbeiteten,

viele hatten danach massive gesundheitliche Probleme, viele Arbeiter wurden in diesen Mienen lebendig begraben,

nach einem schweren Unglücklich ..... ich sagte ja,  es ist gespenstisch.......................

 

 

Wir fuhren zu Tina nach Hause, vor uns, ein grosses schweres Eisentor .

Als sich das Tor öffnete konnten wir unseren Augen nicht trauen.

Eine riesen Villa,  es sah aus wie ein Schloss. Wau, Karin und ich sahen uns an und sagten nichts.

Mariano kam heraus und begrüsste uns, als ob wir schon immer gute Freunde waren.

Es sind so herzliche liebe Menschen.

Wir wurden auch von ihren 9 Hunden begrüsst, die alle aus einer schlimmen Situation kommen 

und hier ein neues, sicheres Zuhause gefunden haben.

 

Wir konnten uns frisch machen und mit Ihnen Essen.

Später machten wir uns auf den Weg in die Auffang-Station.

Es war so warm, kaum auszuhalten !!

 

Wir fuhren in die Hundeauffangstation.

 

Es war sehr laut und in uns kam ein komisches Gefühl hoch.

Was wird uns erwarten, was werden wir sehen und wie geht es den Hunden.

Wir wussten, was wir hier sehen werden, aber man kann sich nie darauf einstellen.

 

Karin und ich sagten das wir mithelfen wollen und bekamen ohne zu zögern Besen und Schaufel

in die Hand gedrückt. Es wurde uns gezeigt was zu tun ist und 

die nächsten  Tage haben wir die "Vormittagsschicht" hier jeweils mitgeholfen.

 

 

 

 

31. Mai

 

Am Morgen Sachspenden ausladen

 

Die Freude ist riesen gross !!!!!!

 

 

               Ui.... wohin nur mit all den Sachen.... ???????

 

 

 

      Kurze Lagebesprechung -  was kommt direkt in die Auffangstation

      was wird hier gelagert. 

      In der Auffangstation gibt es nicht viel Möglichkeit

      um Sachen zu verstauen 

 

 

 

 

 

                      und es ist für jeden etwas dabei  :-))

 

 

 

        auch der alte Husky hat entdeckt das es hier feine Sachen dabei hat 

 

                  und fängt mal an zu hypnotisieren..........

 

 

                  dann wird Pfötchen gegeben...

 

 

                      Jeder holt sich was ab 

 

 

 

 

Danach gingen wir in die Auffangstation um zu helfen.

 

Im Eingangsbereich ist eine Schleusse, die eigentlich dazu dienen sollte,

einen "Sicheren Bereich" zu haben wenn das Tor aufgeht,

das keine Hunde herausflüchten können.

 

Jedoch sind in dieser Schleusse die jüngsten Welpen untergebracht -

da sie keinen anderen Ort haben, an dem sie vor den grossen Hunden

geschützt sind.

 

Hier, wo ständig jemand rein oder raus geht - wo Eisentore knallen -

Sachen durchgeschleppt werden -

die Kleinen ständig zur Seite geschoben werden müssen -

oft wird ihnen auf die Pfoten getreten,

sie werden zwischen dem Tor eingeklemmt,

schwere Sachen werden zwischen ihnen durchgeschleift,

sie haben nur einen kleinen eingegrenzten Bereich, doch

ständig müssen sie flüchten, fliehen, Schutz suchen

und können nirgends ruhig bleiben. 

   

Gleich am Eingang in der  Schleusse  die Welpen : 

 

 

die Meisten dieser Welpen die auf den Bildern sind - haben nicht überlebt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sie wurden vor 2 Tagen Aufgefunden - Ausgesetzt bei dieser Hitze ! 

 

Unsere 1. Begegnung mit  Kimba   Yoshi   und   Rico

 

 

 

 

 

 Kimba

 

 

 

 

  Rico

 

 

diese Blicke............ werden wir nie vergessen.........

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Grosse Futternäpfe, zwar voll mit Futter, aber nichts für diese kleinen Würmchen.

Und die Kleinsten werden mit normalem Trockenfutter überm Berg gehalten.

Doch einige der Welpen konnten dieses Futter noch gar nicht fressen............

 

Aber sie hatten bestimmt nichts anderes.

Das ist sehr oft das Problem, sie können die Hunde nicht altersgerecht Füttern, 

da sie von Spenden leben und froh sind, überhaupt den Hunden zu Fressen geben zu können.

 

 

 

 

Einige sahen sehr schlecht aus. Der Boden übersät mit Urin und blutigem Kot.

Es ist eine Trauer ,die einem das Herz zusammenzieht,

ich konnte schon beim Eingang meine Tränen nicht mehr zurückhalten.

 

 

Wir wurden regelrecht durch das Zwischentor von den Welpen in den Haupttrakt geschoben.

Da so viele grosse Hunde vor dem Tor warteten und keiner hier rein zu den Welpen schlüpfen durfte -

das wäre deren tot gewesen.( Wenn man bedenkt, die haben alle Hunger ! )

 

Oh man, das war heftig was uns da begegnete.

Mindestens 80 Hunde waren um uns herum und das waren noch lange nicht alle.

 

     

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Karin und ich wurden herumgeführt und es wurde uns das Futterlager gezeigt 

und was Sie an Medizinischem Material haben. NICHTs.

 

               Schrank mit Medikamenten und Putzmitteln

 

 

Was wohl hier drin ist ???

 

 

noch mehr Hunde........

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Hunde schrieen, bellten, kratzten, sie gingen aufeinander los, weil jeder dachte da gibt es etwas.

Es waren grosse Hunde, schwere Hunde, kleine schwache Hunde und mitten drin auch Welpen. 

Von ca. 3 Monaten an aufwärts. 

 

 

 

 

 

Es waren Alte dabei die kaum gehen konnten aber die letzte Kraft mobilisierten, uns zu begegnen 

und sich nach vorn kämpften, um auch von den Streicheleinheiten zu bekommen.

 

 

 

 

 

 

Es war sehr traurig das anzusehen und zu erleben.

Die Tränen konnten wir nicht verbergen.

Bilder, Gefühle die man nie mehr vergessen kann.

 

 

Die Helfer meinen es wirklich gut, und freuen sich wenn wieder Futter angekommen ist 

und wollen es den Hunden gleich geben 

- doch als wir sahen, wie das Futter verteilt wurde, war uns ganz Bange.

 

Bei so vielen Hunden, Gross, Klein, Alt, Jung, Schwach, Verletzt,... 

wurde das Futter Mitten in die Menge geworfen,

 

 

 

 

  es wurde Laut, es gingen Hunde aufeinander los,  wo man dazwischen rennen musste,

  es wurde geknurrt, gewinselt und gedrängelt und es zeigte sich deutlich welche Hunde 

  sich durchsetzen können  - und welche nicht................. 

 

 

 

 

 

 

und einige bekamen mehr Futter, 

 

 

 

 

 

 

 

andere eher Weniger, bis gar Nichts

 

 

 

 

 

 

 

Das ging uns sehr nahe und hat uns auch nachdenklich gemacht.

 

Dann verbrachten wir Zeit bei den Welpen in der Schleusse.

So weh es tat sie so zu sehen, so gross war doch auch der Wunsch

ihnen einwenig Schutz und Liebe zu geben...........

Sie waren alle noch so klein und einige waren sehr abgemagert und konnten kaum 

auf ihren Beinchen selber gehen oder stehen. 

Einer lag nur da und bewegte sich kaum.

 

 

 

Es hatte Plastiktüten mit Brot im Zwinger liegen, die Kleinen versuchten sich daran zu klammern,

nahmen es als Schutzmöglichkeit oder versuchten daran zu knappern.

 

 

                                                          Rico

 

 

Ein sehr erbärmlicher, trauriger Zustand, der uns das Herz sehr schwer machte.

Kalter grober Betonboden ohne eine Decke.

Die Kleinen kuschelten aneinander. So schützten sie sich gegenseitig.

 

 

Während wir bei den Welpen waren, wurde auch hier geputzt.

So sehr beeindruckt wir von dem Einsatz jedes einzelnen Menschen hier waren,

so sehr erschütterte uns auch Manches. 

Alle hier geben ihr Bestes,

arbeiten mit den wenigen Mitteln die sie zur Verfügung haben,

sorgen für Sauberkeit und versuchen die Infektionsgefahr einzudämmen.

Sie krampfen wirklich stundenlang, ohne Pause......

 

dürfen wir da etwas sagen ??? ... ohne sie zu verletzen ?

Wenn sie nicht wären - wer macht das dann ???

Sie denken sie machen das Richtige und meinen es nur gut.

 

Die Welpen wurden nicht in einen anderen Zwinger gebracht oder aus der Gefahrenzone,

als geputzt wird,

wie ein Beben verändert sich von einer Minute zur Nächsten für die Kleinen

ihre Umgebung..................

alles wird von einer Seite zur anderen geschoben, die Näpfe, die Hundehütte,

nichts bleibt wo es war, es gibt keinen Schutzraum mehr, kein Eck in dem Rückzug gelingt,

sie werden durch den engen Raum gejagt.............hier eine Pfote eingeklemmt, 

da auf einen Kleinen draufgestanden ......... oder ein ungewollter Schlag mit dem Schrubber......... 

  -  Angst  - Stress  -   Panik unter den Welpen

dann wird geschrubbt und gewaschen...... mit Chlor....

am Ende wird ein Eimer mit Chlorwasser über den Boden geschüttet,

da steht noch der Wassernapf, der Futternapf, die Welpen tapsen durch Chlorwasser.....

 

Nach dieser Aktion ist alles sauber - die Welpen liegen zusammengekauert in einem Eck, 

verstört, zutiefst verunsichert, verloren  

- und dieses Beben erschüttert  2 x täglich diesen Zwinger................

 

 

 

 

 

 

Wir konnten es kaum ertragen, wir fühlten uns so hilflos.

 

 

   Kimba     Yoshi    und    Rico    sie haben unser Herz zum Bluten gebracht

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es war so schlimm die Welpen so zu sehen und zu wissen 

was sie schon alles in ihrem kurzem Leben durchgemacht haben.

Und hier wo sie eigentlich in Sicherheit sind, geht das Leiden irgendwie weiter.

 

Die meisten Welpen haben diese Woche nicht überlebt.

Noch nie waren wir mit soviel Leid von Welpen konfrontiert 

- mit so viel Angst und Tod bei Hunden die gerade mal einige Wochen auf der Welt sind.

 

            

                                                Kimba

 

 

 

Apollo, ein paar Monate alter Pointer-Mix, war bei den kleinsten Welpen untergebracht.

 

 

Er hat deformierte Vorderpfoten, aufgrund von Mangelernährung und 

schlechter Haltung.

 

 

 

 

Da er ein sehr liebes Wesen hat, war er lieb zu den Welpen, jedoch aufgrund seiner

Beindeformationen, konnte er sich nicht koordiniert bewegen und er war jung, 

hatte viel Energie, so trampelte er oft auf den Kleinen herum, 

die dann vor Angst aufschrieen und flüchteten.

Es war für die Welpen und für Apollo keine gute Situation.

Wir konnten unsere Beobachtungen ansprechen und Apollo wurde am nächsten Tag

bei den Junghunden untergebracht.

( Ergänzung Februar 2011: Apollo ist inzwischen in Deutschland und seine Beine konnten

operiert werden, er lebt in einer Familie mit einem Zweithund und spielt und rennt voller Freude. )

 

 

Nach unserem Tag in der Auffangstation, fuhren wir abends noch in eine Hundepension 

die uns Tina zeigen wollte.

Dort hat sie die Galgo`s untergebracht. Die kann sie nicht im Tierheim lassen, 

da sie dort gestohlen werden. 

Meist von Jägern  oder  als  "Dummi`s" um Kampfhunde zu trainieren.

 

Der Blick in den ersten Zwinger schockierte uns schon zutiefst :

 

 

Dieser Hund hatte eine schwere Verletzung an der Pfote die schlecht heilt

 

 

 

 

In den nächsten Zwingern waren die Galgo`s  - jeder einzeln untergebracht

 

 

Dieser Galgo hatte eine grosse Operation hinter sich - er wurde mich Brüchen aufgefunden

 

 

 

 

 

 

Das Galgobaby war ganz allein hier in einem Zwinger.................. 

 

 

wurde dann in dieser Woche noch in die Auffangstation gebracht

 

 

Lieb und verschmust ..... trotz ihrer Vergangenheit

 

 

 

 

 

Wir sind erschöpft.

Wir machen uns frisch und bekommen ein fürstliches Abendessen.

Wir müssen uns was umstellen, hier wird sehr spät gegessen ca. 22oo Uhr.

Wenn nicht ein Notfall dazwischen kommt.

Danach wird noch geredet, ausgetauscht und das Programm vom neuen Tag besprochen.

Ich frage mich, wo diese Menschen die Energie herholen.

 

Die Eindrücke der letzten 2 Tage und besonders Heute,

haben uns sehr nachdenklich und traurig gestimmt.

Karin und ich redeten noch eine Weile, um es wenigsten einwenig zu verarbeiten.

Erst jetzt, nach 2 Tagen Reisen,

und den ersten Eindrücken kommen wir zu unserem verdienten, dringend nötigen Schlaf.

Na ja mit kleinen Hindernissen.

Nach dem mein Bett unter mir zusammengebrochen ist und wir beide fast einen Herzkasper erlitten hatten,

habe ich die Matratze sicherheitshalber auf den Boden gelegt !!!!!!!!!

 

 

und konnte dann sicher und wohlbehalten schlafen.

Am anderen Morgen Sonne, Kaffee und frischen Toast und ein neuer aufregender Tag.

Und ich habe soweit gut auf dem Boden geschlafen :-)

 

 

 

1. Juni

 

Schon am Morgen haben Karin und ich  mit Tina und Mariano über die  Hunde in Ciduad-Real  gesprochen,

die wir nicht mitnehmen dürfen, wir konnten das nicht verstehen und haben gehofft, das evt. Einheimische 

uns da behilflich sein könnten oder einen Rat haben was wir machen können.

Tina und Mariano waren sehr empört über diese Situation und wollen sich überlegen ob sie uns da helfen können.

 

Karin und ich  wurden  auch heute  in der Auffangstation mit Handkuss, 

und vielen, vielen, Pfoten begrüsst.

 

 

 

 

Es war extrem wie viele Hunde auf uns zu kamen und jeder Einzelne bettelte um Liebe und Streicheleinheiten.

Da muss man schon etwas standfest sein, besonders wenn grosse Hunde kommen.

Die Kleinen haben sich meistens um das Bein gewickelt.

 

 

 

 

 

 

Diese Kleine begleitete mich stundenlang bei meiner Putzarbeit, immer zwischen den Füssen

 

 

Es war genau so wie gestern. 

Laut, dreckig, stinkig und im ersten Moment hatte ich das Gefühl, 

das mehr Hunde hier sind wie gestern. 

 

Doch je öfter man hier ist, umso mehr fallen einem die Einzelnen Hunde auf.

 

 

 

 

           Chocolata, der braune Labrador

 

 

 

 

 

                                              Schmusi

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Stress abbauen - dieser Hund versucht es so......

 

stundenlang nagte er an Steinen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                                         Little  

 

 

 

 

 

 

Die Familie die wie auf Kommando aus der Deckung geschossen kommt,

sobald man vorbei läuft, sie kläffen und schimpfen und hauen dann schnell wieder in ihr Haus ab

 

 

 

 

 

 

 

 

 

             ängstlich und scheu

 

 

 

 der Kleine war neu hier und ganz verloren, mir tat er so leid, 

 am liebsten hätte ich ihn auch  mitgenommen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auch Heute wurde wieder geputzt und geschrubbt was das Zeug hält.

 

Bei so vielen Hunden gibt es jede Menge Dreck und kaum ist man an einem Ort fertig 

und freut sich  wie sauber es ist,  kommt einer der Hunde, und freut sich auch darüber :-)

und ändert es sofort......

 

Ein ewiger Kreislauf und das machen die Freiwilligen 2 x Pro Tag 7 Tage .

Ein sehr wichtiger Einsatz. 

Die Hunde würden sich neben dem mangelnden Futterangebot über ihren eigenen Kot hermachen,

und damit wäre das ein grosses Infektions-Risiko.

 

Nebenbei werden die Hunde gepflegt und so gut wie möglich medizinisch versorgt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   sauber für ein paar Stunden 

 

 

 

 

Heute war es sehr sehr heiss, die Sonne brannte auf uns nieder und der Gestank der Hunde übernahm den Rest.

Ab und zu spritzten wir uns gegenseitig mit Wasser an, ich staunte nicht schlecht was die Helfer hier 

tagtäglich leisten und trotz Elend untereinander so eine Harmonie war.

Sie konnten Lachen, Witze erzählen und Spass haben.

Na ja, was bringt es wenn man nur traurig und wütend hier arbeitet.

Sie machen das Beste aus der Situation !

 

Sie kommen vor der Arbeit hier zur Station putzen und gehen dann ihrer normalen Arbeit nach,

oder nach ihrer Arbeit fahren Sie hier in die Station und Putzen bis in die Abendstunden.

Auch in Ihrer Freizeit wenn sie nicht in der Station arbeiten, sind sie 24 Stunden für die Tiere da.

Ein Einsatz der unheimlich viel Kraft und Zeit in Anspruch nimmt.

Und leider ist es nicht selten, das Partnerschaften oder Familien sich deswegen zerstreiten,

und sich aus den Augen verlieren.

 

Wir haben es die ganze Woche bei Tina und Mariano erlebt, wie hier ein "normaler" Alltag von

Tierschützern aussieht:

 

Frühschicht:

Von 9 Uhr bis 14 Uhr, über Mittag, in der grössten Hitze, bei 45° C im Schatten

werden die Zwinger geschrubbt, hunderte von Kothaufen aufgenommen,

geputzt, gewaschen, Hunde versorgt, Medikamente gegeben, Futter verteilt,

und Vieles mehr.

Nach dieser Knochenarbeit - gehen die Helfer an ihre Arbeitsstellen und arbeiten 

bis abends spät. 

Die Nachmittagsschicht beginnt um 16 Uhr. 

Da kommen dann diejenigen die früh Morgens bis Nachmittags gearbeitet haben. 

Nach Dienstschluss, wird hier geschuftet.

Und das jeden TAG !!!!

Es sind nur ein paar Wenige Menschen, immer dieselben, die herkommen.

Wir sind zutiefst beeindruckt und bewegt davon, was diese Menschen leisten.

Es sind alles freiwillige Helfer, keiner verdient hier etwas - und alle tun dies neben ihrer festen

Arbeit. 

 

Abends dann nach Hause, Essen - Haushalt 

dann fängt die Tierschutzarbeit an, die von Zuhause aus gemacht werden kann

Telefonate - Emails - Organisatorisches......

jetzt wundert es nicht mehr, warum die Email-Zeit unter Tierschützern um 23 Uhr beginnt

und etwa um 02 Uhr endet !

Und morgen geht es wieder genau so weiter

 

Es gibt wenige Helfer, die gehen am Wochenende in die Auffangstation,

dann haben "manchmal" diejenigen Frei, die jeden einzelnen Wochentag dort krampfen.

 

Tag für Tag

im Sommer bei gnadenloser Hitze

im Winter bei eisiger Kälte

Bis vor kurzem hatten sie nicht mal Wasser in der Auffangstation

und mussten alles herschleppen.

 

Die Bereitschaft dieser Menschen ist sehr lobenswert und mit Nichts bei uns zu vergleichen.

Unsere Unterstützung ist nur ein kleiner Teil der dazu beiträgt dieses Elend besser zu bewältigen.. 

Sie brauchen uns. Sie brauchen jede Unterstützung .

Alles wird mit so viel Herzlichkeit und Dankbarkeit entgegen genommen.

Das ist so unglaublich schön.

 

Kurze Pause um 14 Uhr nach getaner Arbeit

 

 

 

 

 

 

 

 

 

      Blue, wie immer mit dickem Bauch

 

 

   In der grössten Hitze kehrt Ruhe ein, jeder legt sich irgendwo hin

 

 

 

 

 

 

                             Chocolata

 

 

 

           Cooper / Sunny  wird von uns "entdeckt"  :-)

 

 

 

 

                  Na, was meinst Du, kommst Du mit ?????

 

 

 

 

 

      

 

 

                                                                         Little

 

 

 

 

 

 

  Kam - sah  und  schwupp schlich er sich in unsere Herzen

 

    

 

 

 

 

 

Wir erfuhren das es einem Welpen der gestern  regungslos da lag,

so schlecht ging das er in die Klinik musste. Er hat nicht überlebt.

Die anderen Welpen waren nicht  besser dran als gestern.

 

Ein junges Welpenmädchen  machte seit 2 Tagen einen sehr schwachen Eindruck,

sie wurde untersucht 

 

 

 

 

und bekam Medikamente, die wir Tropfenweise einflössten

 

 

 

 

 

Ein 10 Jahre alter Hund musste separat gehalten werden,

er hatte schreckliche Angst vor anderen Hunden und vor Menschen.

Seit 1 Jahr ist er hier in der Auffangstation.

Er wurde 9 Jahre lang von seinem Besitzer misshandelt und geschlagen.

Eine noch zurückgebliebenen "sichtbare" Wunde, will nicht heilen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Sie muss immer wieder neu desinfiziert und verbunden werden.

Was für den Hund einen riesen Stress und grosse Angst bedeutet.

Trotzdem hält er einfach hin, lässt es über sich ergehen und wehrt sich nicht.

 

 

Geschafft, neu verbunden, jetzt kann er sich wieder zurückziehen

 

 

Einigen Hunden wird hier eine neue Frisur verabreicht....

 

 

 

Naja, die Begeisterung hält sich in Grenzen 

 

 

 

 

Heute kam ein Lastwagen mit frischem Wasser.

Sie hatten dort immer wieder Probleme mit der Wasserleitung.

So mussten sie hin und wieder Wasser kommen lassen.

Es war schlimm, der riesen Schlauch wurde mitten durch die Schleusse, wo die Welpen lagen durch gezogen,

ohne Rücksicht.

Die Männer schlugen ans Tor und schrieen.

Ich blieb bei den Kleinen und versuchte jedem etwas Ruhe und Schutz während dieser Aktion zu geben. 

Was für ein Chaotischer Haufen.

 

 

 

Wasser Marsch......

 

Für die Menschen eine grosse Erleichterung wenn die Tanks wieder gefüllt sind

 

 

Für die Hunde ein riesen Spass

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier ein neu gebautes Zwingerteil !!!

Sie geben sich grosse mühe, alles wird selbstgemacht, von ein paar wenigen Helfern......

 

 

 

 

 

Am Abend fuhren wir in die City und holten Tina von ihrer Arbeit ab.

Wir trafen Carmen, sie spricht Englisch, wir setzten uns in ein Strassen Restaurant

und Tina, Mariano und Carmen erzählten über ihre Tierschutzarbeit, wie sie entstanden ist,

was sie alles auf die Beine stellen, wo Erfolg zu sehen ist, wo Schwierigkeiten sind,

was sie stark belastet und was ihnen Mut macht. Wir diskutierten feste, über ihre Situation 

und wie wir helfen könnten.

Es war ein sehr interessanter, gemütlicher und wunderschöner Abend.

 

 

Mittwoch den 2. Juni 2010

 

Auch heute waren wir wieder unterwegs mit unseren spanischen Freunden.

Der Tierarzt kam heute in die Auffangstation, wieder ein Welpe war gestorben,

die anderen Welpen wurden untersucht und  geimpft.

Sie waren in keinem guten  Zustand.

Ich machte mir Sorgen und merkte das ich mit der Situation nicht umgehen konnte.

Ich war sehr traurig und wütend das nicht mehr für diese kleinen Geschöpfe gemacht werden konnte. 

Ich diskutierte mit Karin darüber und wir entschieden, das wir die 2 kleinsten und schwächsten Welpen 

mit nach Hause nehmen, Kimba und Yoshi.

 

Aber wir mussten zuerst mit Tina reden und ihr erklären warum wir denken,

das es besser für die Kleinsten wäre das sie mit uns kommen.

So ergriffen Karin und ich auch gleich die Gelegenheit mit ihnen über eine Alternative zu reden,

das die anderen Welpen dringend aus dieser Schleusse müssen

und erklärten ihnen unseren Eindruck und die Erlebnisse bei den Welpen.

Sie waren sehr offen und reagierten sehr gut auf unsere Hinweise.

Sie verstanden es und so wurde es in die Wege geleitet, 

das die Welpen privat untergebracht werden, damit nichts mehr passieren konnte.

Yoshi, Kimba und Rico wurden leider getrennt  Pflegefamilien gebracht bis zur Abreise.

Auch für die anderen jungen Hunde wurde etwas geeignetes gefunden.

Ich war total fertig mit den Nerven.

Ich habe mich besonders in den Kleinen KIMBA verliebt.

Er sprach mich an und berührte mein Herz wie kein anderer Hund.

Für morgen war der Plan, zu Isabel nach Caceres zu fahren und bei ihr zu bleiben bis zur Heimfahrt.

Geplant war es....... nur....... bei einem Gespräch beim Mittagessen erzählten uns Tina und Mariano,

das häufig Hunde aus dem Tierheim gestohlen werden, meist solche, die schon vorbereitet sind,

mit Impfung und Chip. 

WAS  ??????

O.k. kaum gehört, war EINES KLAR, die Hunde die wir mitnehmen Little und Cooper,

konnten keinen Moment länger im Tierheim bleiben, wir stellten uns gerade vor, 

wir kommen hin und die Hunde sind nicht mehr dort.

Also musste SOFORT eine Lösung her.

Tina war bereit Little und Cooper zu sich ins Haus zu holen. Prima.

Aber, wir wollten auch das Kimba und Yoshi SOFORT zu uns geholt werden, 

auch wenn sie in der Pflegefamilie sind. Wir bearbeiteten Tina so lange, bis sie alles organisiert hatte.

Am Abend, nach ihrer Arbeit, konnten wir die Welpen holen.

Ich freue mich so sehr auf die Kleinen, ich bin völlig in die Kleinen verliebt.

Ist nichts neues bei mir, wenn es um Welpen geht.   Ich weiss ;-)

 

 

 

                            Kimba und  Yoshi 

 

 

 

 

                    Yoshi

 

 

 

     

                                  Kimba

 

 

Kimba wirkte sehr schwach und er hatte Durchfall.

Wir vereinbarten noch mal einen Termin mit dem Tierarzt, der Kimba untersuchen soll.

 

So weit, so gut.

 

Nur das Problem war wohin mit den Hunden aus Linares wenn wir morgen nach Caceres fahren ???

Isabel hatte keinen Platz und keine freie Pflegefamilie wo wir die Hunde Little, Cooper und die Welpen 

untergebracht werden konnten.

Nun ja wer Karin und mich kennt weiss, das wir nicht so schnell aufgeben.

Könnten wir es schaffen innerhalb von einem Tag nach Caceres zu fahren - die Hunde dort zu holen -

und wieder hierher zurück zu fahren ?

Wir suchten nach einer Lösung.

Tina sagte uns das wir gerne noch länger bei ihnen Gast sein dürfen und sie sich darüber freuen,

wenn wir noch bleiben.

Und für sie war es auch klar, das sie die Hunde die wir bei Isabel holen bei sich zu Hause aufnehmen

würden, bis zu unserer Abfahrt.

Sie stellten alles um  - und auf den Kopf, damit die Hunde gut untergebracht werden konnten.

Nebst allem anderen was sie zu tun hatten,  knieten sie sich da rein um uns auch da zu helfen.

 

So entschieden wir, nach Absprache mit Isabel, nach Caceres zu fahren und die Hunde von Isabel hierher

nach Linares zu bringen.

 

Am Abend war grosses Fest bei Tina geplant  .... da ja eigentlich Morgen unser Abschied sein sollte.

Aber wir bleiben ja noch ein paar Tage doch -  das Fest wurde durchgezogen  :-) 

es wurden viele Feine, leckeren Sachen aufgetischt und es kamen Freunde die uns ihre Dankbarkeit erwiesen.

 

                                                         Neue Freunde

 

 

 

Es war ein sehr schöner unvergesslicher Abend.

Die Menschen hier sind so herzlich, aufgeschlossen,  freundlich, unkompliziert und dankbar.

Das sich auf alle Fälle  jede Mühe und Anstrengung lohnt, die wir auf uns genommen haben.

Mit vollem Magen, einem Glücksgefühl und dankbar, fielen wir irgendwann in der Nacht ins Bett.

 

Nun ja, wie gesagt " ins Bett", von Schlafen haben wir ja nicht geredet.

Denn ich habe mich um Yoshi und Kimba gekümmert,

die alle 2 Stunden gefüttert werden mussten und Durchfall hatten.

Und Karin hatte sich Little und Cooper angenommen, die natürlich auch keine Lust auf schlafen hatten.

So ging die Nacht auch irgendwie vorbei.

   

 

Donnerstag 3. Juni 2010            

 

Früh aufstehen wir haben eine lange Fahrt vor uns.

Der Weg zu Isabel nach Caceres dauert etwa  5 Stunden.

Es war ein schöner sonniger Tag.

Pünktlich wie die Schweizer Uhr :-)   trafen wir um 14 Uhr bei Isabel Zuhause ein.

Das Wiedersehen war schön, sie freute sich uns zu sehen, wir uns natürlich auch 

das wir hier sein konnten, wenn auch nur für ein paar Stunden.

So gastfreundlich wie hier alle sind, wurden wir zuerst mit einem feinen Mittagessen verwöhnt.

Wir hatten viel zu erzählen und auszutauschen.

Danach begleiteten wir Isabel in das Tierheim.

Es gab viele Notfälle und traurige Schicksale. ( Wie immer )

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                Unsere 1. Begegnung mit   Brocha 

 

 

Brocha konnten wir sofort erkennen :-) Die Kleine sah gut aus !!!

 

Dann lernten wir die Welpen kennen, die wir mit auf die Spikyranch nehmen,

 Efe,LittleJo,Charly,Naya

Die Welpen wurden zusammen auf der Strasse gefunden, als sie etwa 4 Wochen alt waren.

Es wurde herausgefunden wem die Welpen gehörten, der Besitzer hatte sie ausgesetzt, 

weil die eigene Hündin, die nicht kastriert ist, Junge bekam, die unerwünscht waren.

Sie waren noch so klein und so süss, zum Knutschen.

 

Na ja,  Isabel konnte es nicht lassen und bearbeitete uns wegen einer weiteren jungen schwarzen Hündin ( Amy ).

Sie war bei den Welpen im Zwinger, im ersten Moment dachten wir sie gehören zusammen, 

aber Isabel sagte uns, das sie nicht zusammen aufgefunden wurden.

Amy sei alleine gefunden worden, ausgesetzt.

Verrückt, denn Amy sah genau so aus wie die Kleinen, sie war nur etwas grösser.

Isabel war verzweifelt, da sie so viele Hunde hatte.

Sie fragte uns ob wir diese Hündin doch nicht auch noch mitnehmen würden !

Jeder Hund der bei Isabel raus kommt ist ein geretteter Hund,

und jeder freie Platz gibt einem andern Hund die Chance von der Strasse zu kommen.

Karin und ich konnten natürlich nicht nein sagen.

Und das weiss Isabel  ;-)

Denn bei jeder Tour auf der wir von  Isabel Hunde mitbringen,

kommt immer ein Hund mehr mit auf die Spikyranch. 

Isabel kennt uns auch schon sehr gut und lange genug,

das sie genau weiss wie Karin und ich denken und wie sie uns rum kriegt ;-)

Aber das verstehen wir ja auch, und ist voll OK.

Denn sie hat nur sehr begrenzt Platz und wenn es zu viele Hunde sind, muss Isabel töten lassen.

Aber es war auch ein anderer Grund ausschlaggebend, die 5 Welpen verbrachten die letzten Wochen

zusammen und wir wollten sie nicht trennen. 4 Mitnehmen und einen allein zurücklassen, nein, 

das konnten wir wirklich nicht.

 

Nach dem alle Papiere der Hunde kontrolliert und alle Hunde eingeladen waren,

ging es um 18.oo Uhr auf die Rückreise von Caceres nach Linares zu Tina.

 

Einmal Caceres................................

 

 

und zurück...................................in  10  Stunden....................

 

 

morgens früh los,   abends spät zurück,

1028 km mal schnell an einem Tag.

9 Hunde haben wir  von Isabel mitgebracht.

 

Am Ziel  in  Linares angekommen wurden die Hunde versorgt und alle untergebracht.

Wir waren müde aber glücklich, das die Tour so gut geklappt hat.

Wie immer am Abend, wurde noch lange geredet.

Spät in der Nacht kamen wir dann zur Ruhe und fielen ins Bett.

 

 

Wir waren völlig  K.O.

 

 

Morgen war der Plan, den Transporter für die Heimreise vorzubereiten,

danach noch etwas zu schlafen bevor am Abend alle Hunde gebracht werden,

die wir mitnehmen.

Von verschiedenen Auffangstationen wurden Hunde gebracht.

Wir hatten vor, in der Nacht um ca. 3 Uhr von Linares wegzufahren.

 

   

4.JUNI 2010

 

Unser letzter Tag in Linares, bei unseren Freunden Tina und Mariano

 

 

und   ihrer Sekretärin  die  immer  mit  uns   mitgegessen  hat  :-)

 

 

 

 

Der Transporter wurde geladen.

Wie Boxen für 32 Hunde am Besten eingestellt werden,

musste gut überlegt sein, sie müssen sorgfältig befestigt werden und stabil sein.

Wir mussten überlegen, welche Hunde von welcher Grösse in welche Box

kommen. Und welche Hunde, gerade die Welpen, zusammen sein sollten.

Irgendwie schafften wir es. 

 

Wir wurden auch heute von Tina wieder mit einem sehr feinen Abendessen verwöhnt.

Und es wurde wieder viel diskutiert. 

Auch wegen der Situation in Ciduad-Real.

Tina und Mariano konnten nicht verstehen, weshalb wir die Hunde nicht bekommen.

Und das wir nicht in das Tierheim dürfen.

Zu wissen, das wir morgen dort vorbei fahren, ohne die Hunde mitzunehmen auf die wir uns freuten

und vorbereitet waren, machte Karin und mich fast wahnsinnig.

Der Tag heute war sehr schnell um.

 

Um 22.oo Uhr versuchten wir zu schlafen, die Kleinen  Yoshi, Kimba, Little, Cooper, und

Brocha  waren bei Karin und mir im Zimmer.

Aber aus dem ruhig schlafen wurde dann doch nichts.

Ich war im Bett aber Karin zog es vor, mit den Gastgebern bis in die Nacht hinein zu reden.

Und dies geht hier nicht gerade in Zimmerlautstärke.

Wie auch immer Tina und Mariano waren keine Minute im Bett.

 

Und kaum war es doch noch  ruhig, kamen die ersten Hunde an...... AUFSTEHEN !!!

 

Das Auto in den Hof zu fahren war das Einfachste,

aber alle einzuladen, so viele Hunde, 

einzelne Hunde waren grösser als es auf den Bildern aussah,

das war eine Herausforderung.

Obwohl, man sollte ja meinen das Karin und ich nach so vielen Fahrten das im Griff  haben.

Glaubt mir Leute, das ist nicht Ohne und die Diskussionen, 

wo, wer hinkommt, kann sehr hektisch werden.

 

Aber irgendwie haben wir es hinbekommen.

Nebenbei durften wir ja noch die Hunde von Isabel versorgen.

Das war vielleicht ein Spass und nicht zu vergessen,

 sie waren ja nicht stubenrein. 

 

   

5. Juni 2010  

 

Um 3.oo Uhr morgens war es dann soweit, wir verabschiedeten uns von unseren neuen Freunden.

Alle waren traurig und der Abschied fiel allen sehr schwer.

Wir fuhren mit einem weinenden und lachendem Auge los.

Es fiel uns sehr schwer von hier weg zu gehen,

aber natürlich freuten wir uns auf Zuhause, 

besonders auf unsere Hunde und unsere Freunde die uns erwarteten.

 

Die Heimreise war aber doch noch mit einem schweren Moment verbunden.

Als auf der Autobahn die Ausschilderungstafel  Ciduad  Real kam.

Ich wäre am liebsten raus gefahren und einfach hingegangen.

Aber wir hätten so nichts erreicht.

Wir schmiedeten den Plan nicht aufzugeben und alles daran zu setzen doch noch mal 

in das Tierheim rein zu kommen. Auch wenn es zu einem späteren Zeitpunkt sein soll, wir geben nicht auf.

Aber wir waren sehr sehr traurig.

 

Kimba war vorne bei uns, da er 24 Stunden Betreuung brauchte.

Es ging ihm nicht  gut.

Wir hatten ihn vor Abreise noch mal dem Tierarzt gezeigt, dieser gab uns

ein Mittel gegen den Durchfall und meinte, damit kann er die Reise antreten.

Sein Zustand hatte sich seit Anfang der Reise doch  verschlechtert.

Ich nahm ihn zu mir und versuchte stark zu sein.

Ich versprach Kimba den Sonnenaufgang zu zeigen, die grosse weite Welt und ein zu Hause.

 

Am späten Vormittag kamen wir in Zaragoza an.

Dort hatten wir die Möglichkeit die Hunde bis am Abend in einer wunderschönen Hunde- Pension unterzubringen.

Eine Freundin, Julietta, hat das alles organisiert.

 

 

Alls wir ankamen wurden wir freundlich wie überall hier in Spanien empfangen.

Es standen schon Helfer bereit, die die Hunde versorgten.

So konnten die Hunde den ganzen Tag in grossen Freiläufen laufen,

spielen, sich in den Schatten legen  und noch viel trinken.

Erst am Abend wenn es wieder kühler ist, wollten wir weiterfahren.

 

Kimba ging es ziemlich schlecht.

Julietta und eine Freundin (die zufällig auch Sonja heisst) begleiteten uns in die Tierklinik in Zaragoza.

Das sei eine sehr gute Klink und hier wollten wir Kimba untersuchen lassen.

Leider war die Diagnose sehr schlimm.

Kimba hatte Parvovirose und der Arzt sagte das Kimba nur eine kleine Chance habe zu überleben 

und wir ihn in der Klinik lassen sollten.

 

Ich brach zusammen und ich heulte wie verrückt.

Kimba zurück lassen, kam für mich zuerst gar nicht in Frage.

Julietta hatte Herz und versprach mir, das sie für Kimba da sein wird, und Kimba jeden Tag besuchen wird. 

Und wenn er gesund ist, würde sie Kimba sogar zu uns bringen.

 

Ich war so traurig und es zerriss mir das Herz.

Kimba zurück zu lassen war das Schwerste 

und ich bin heute noch nicht über diesen Schmerz hinweg.

 

 

Nach diesem schweren Erlebnis wurden wir bei Julietta fürstlich Empfangen.

Wir wurden verwöhnt und bedient. Das war Unglaublich.

In ihrem Haus wurde Platz für uns gemacht.

Jeder bekam ein eigenes Schlafzimmer und Badezimmer.

Die Badezimmer waren aus Marmor und vom Feinsten.

Wir bekamen  frische Kleider.

Wir konnten uns 1 Stunde hinlegen und haben sogar etwas geschlafen.

Wir waren sehr froh darüber.

Während wir schliefen wurde für uns gekocht.

Julietta ist eine sehr beeindruckende Frau.

Sie setzt sich jeden Tag für die Hunde und deren Schicksal ein.

Sie gibt Tagtäglich ihre Freizeit und ihr Leben für diese Tiere

und sie hat einen Mann der sie in ihrem Kampf  voll unterstützt und ihr zur Seite steht.

Wir waren sehr beeindruckt und dankbar das wir sie kennen lernen durften und versprachen uns 

gegenseitig in Kontakt zu bleiben.

Heute sagt Julietta das wir zu ihren besten Freunden gehören.

Was für ein Glück das es solche Menschen gibt.

Es war wie in einem Film, von den Reichen und Schönen.

Julietta hat uns sogar eine grosse Kühltasche voller Essen und Getränke bereitet

und uns für den Heimweg mitgegeben.

Dann kam aber auch hier die Zeit Abschied zu nehmen.

Die Hunde wurden in den Transporter geladen. ( Nur Kimba fuhr leider nicht mit )

Mit viel Tränen und einer gefüllten Tasche mit Essen und Getränke,

reich beschenkt von dieser Gastfreundschaft, fuhren wir Richtung Heimat.

Doch ich war am Boden zerstört.

Ich weinte nur denn irgendwie spürte ich, das ich Kimba nie mehr sehen werde.

Ich schaute sehr lange zurück nach Zaragoza, bis ich es nicht mehr sah.

Ich nahm Yoshi  zu mir nach Vorne, den Bruder von Kimba.

 

Yoshi war in diesem Moment mein Halt.  

Und von diesem Moment an haben wir uns nie mehr getrennt.  

Die Heimreise zog sich in die Länge.

Wir dachten wir Fahren - kommen aber nicht vom Fleck weg .

Die Müdigkeit wurde immer stärker und wir mussten öfter wie geplant Pause machen.

Was uns  immer wieder aufbaute, war zu wissen, das Zuhause Freunde auf uns warten.

Und unsere Hunde, ja wir vermissten sie schrecklich.

 

Auch am Zoll kamen wir ohne Weiteres durch.

Meistens wenn wir über den Spanisch-Französischen Zoll sind kommt eine Erleichterung, 

das Gröbste ist vorbei.

Nur, das Glücksgefühl machte sich bei mir auch am Gaspedal bemerkbar.......

Schon wurde es kurz hell, ein Blitz ...... 

Kurz darauf überliess ich  das Steuer Karin und kaum war sie am Steuer,

nochmal,  "  bitte Lächeln ".

Mann glaubt es kaum innerhalb 1 Stunde wurden wir  2 x geblitzt.

 

   

 

6.JUNI 2010

 

Es war soweit 14.oo Uhr Ankunft auf der Spikyranch.

 

Insgesamt 4717 km zurückgelegt,

ca. 68 Stunden im Auto fahrend verbracht

 

32 Hunde in ihre Familien oder Pflegefamilien gebracht

 

 

 

 

 

                                                                   Brocha

 

 

                                                  Charly                              Efe

 

 

 

                                     Charly   Little Jo   Amy   Efe

 

 

Es war eine Erleichterung das alles gut gelaufen und nichts passiert ist.

 

Es war eine lange und sehr intensive Tour.

Wir haben viele Kilometer gefahren, Einiges gesehen und erlebt.

Wir konnten neue Kontakte knüpfen und haben neue Freunde gefunden.

Wir wurden belohnt mit vielen schönen Momenten, Gesprächen und Erlebnissen.

Wir mussten leider Kimba zurück lassen

und konnten die Hunde aus Ciduad-Real nicht holen.

Doch wir konnten anderen Hunden ein neues Zuhause,

Sicherheit, Wärme und Geborgenheit  in einer Familien ermöglichen.

Wir konnten dank vielen Spendern, Futter und wichtige Sachspenden dort hinbringen,

wo es dringend benötigt wird.

Wir wissen das unsere Arbeit sehr wichtig ist und geschätzt wird.

Deshalb werden wir weitermachen und die Menschen in Spanien so gut wie möglich unterstützen 

und ihnen einen kleinen Teil zurück geben was sie uns mit viel Liebe und Herzlichkeit mitgegeben haben.

Freundschaft.

 

In Gedenken an Kimba  und  alle  die  nicht  überlebt  haben.